Wer war zuerst da, das Huhn oder das Ei? Diese Frage blieb auch beim Frühstückstreff im Haus „Die Macher“ in der Brandstraße 5 leider unbeantwortet. Doch Agnes Wilking hatte etwas anderes im Gepäck: spannende und eindrucksvolle Einblicke in ihren Alltag auf dem Hühnerhof in Calhorn. Mit spürbarer Leidenschaft berichtete sie von ihrem Betrieb. Dort leben rund 120.000 Hühner – und sie alle leisten täglich ihren Beitrag zu einem hochwertigen und vielbegehrten Nahrungsmittel, dem Ei. In Deutschland werden pro Kopf 252 Eier im Jahr verzehrt. Davon kommen 40% aus Niedersachsen.
Die Zeiten der Käfighaltung sind in Deutschland längst vorbei. Bei Wilkings gibt es verschiedene Haltungsformen: 62% der Hühner leben in Bodenhaltung, 24% in Freilandhaltung mit einem mobilen Stall und 14% leben als „Öko-Hühner“ mit besonders viel Platz und Auslauf. Hinter diesem Betrieb steht viel Arbeit und Engagement. Das Ehepaar Wilking pflegt zusammen mit ihrer Tochter, fünf Minijobbern und einer Halbtagskraft Tag für Tag ihre Hühner mit großer Sorgfalt. Hygiene im Stall habe oberste Priorität, so Frau Wilking, ebenso wie hochwertiges Futter, frisches Wasser und regelmäßige – auch unangemeldete – Kontrollen der Behörde.
Die Hühner kämen als Junghennen auf den Hof, würden 65 Wochen lang fast jeden Tag ein Ei legen (… nur sonntags haben sie frei!?) und den Hof nach 102 Wochen wieder als Suppenhühner verlassen.
Dass Eier keine Massenware „von der Stange“ sind, zeigt ein Blick auf die Vielfalt: Es gibt die Eier in den Größen S, M, L, XL und Jumbo – von 53 gr bis 73 gr und schwerer. Auch Doppeldottereier sind Zufallsprodukte – eine Überraschung aus dem Hühnerstall. Ein faszinierendes Detail: Das Huhn benötigt etwa 22 Minuten, um ein Ei zu legen!
Mehrmals in der Woche werden die Eier abgeholt und treten ihre Reise zum Verbraucher an.
Am Ende des Vortrags von Agnes Wilking blieb bei vielen Gästen ein neuer Blick auf ein vertrautes Lebensmittel. Was so selbstverständlich wirkt, ist in Wirklichkeit das Ergebnis von täglichem Einsatz, viel Erfahrung und großer Verantwortung.
Text und Foto: Mechtild Ottenjann

