Im letzten Jahr hat Erika Stratmann ihren Führerschein eingetauscht: sie fährt nun, und das für drei Jahre sogar kostenlos, mit Bahn und Bus durch die Landkreise Cloppenburg und Vechta. Denn in diesen Genuss kommen alle Menschen, die ihren Führerschein bei der Landkreis-Behörde in Cloppenburg abgeben. Seitdem ist der Fahrplan Erikas fester Begleiter zur Planung ihrer Ausflüge.
Die fast 92-jährige bevorzugt die C3 oder C2 Linie der Cloppenburger Busverbindungen. Ob feststehende Termine, ein Bummel oder Einkauf sowie der Spaziergang durch das Museumsdorf – ein Anlass zur Busfahrt findet sich doch schon 2-3mal die Woche. Auch die Besuche von Abendevents und Vorträgen bereiten ihr Spaß. Dafür schließt Erika sich dann gerne mit ihrer Freundin zusammen und geht aus Richtung Landwehr zu Fuß zum Marktplatz. Von dort aus startet dann die gemeinsame Tour. „Hier gibt es für uns eine überdachte Haltestelle mit einigen Warteplätzen, zumal meine Freundin manchmal nicht so gut zu Fuß ist“, begründet die sehr rüstige Dame ihren Umweg. „Außerdem können wir dann gleich schon beieinandersitzen“, fügt sie hinzu. Das nur am Markt ein Wetter geschützter Wartebereich zur Verfügung steht, der Bus an Sonn- und Feiertage statt halbstündlich nur stündlich führe, bedaure sie ein wenig. Zumal sie ihre Mobilität mit einem eigenen Fahrzeug auch ein wenig vermisse. Doch sie wollte gerne und aus Überzeugung, vorbeugend ihren Führerschein abgeben, „bevor mal was passiert“ Das müsse sich alles halt noch ein wenig einspielen. Die Seniorin, die bei DIE MACHER ein gern gesehener Dauergast ist, besucht dort Kurse zum geistigen Fithalten, schaut gerne auf einen kurzen Plausch vorbei und interessiert sich für die weiteren Angebote des Hauses, zudem auch regelmäßig Karten spielt, möchte neben ihren ausgiebigen Spaziergängen, den interessanten Busfahrten noch einen Gymnastikkurs besuchen. Langeweile kennt die Rentnerin jedenfalls nicht.
Was ihr natürlich besonders gut gefiele am Busfahren sei, dass man neue Leute trifft und im Bus schon nette Kurzgespräche führen könne. Die Busfahrer seien sehr nett, auch wenn er hin und wieder mit leichter Verspätung unterwegs seien. Manches mal sei auch das Fahrzeug ein wenig überfüllt, doch sie und ihre Freundin seien noch niemals stehen gelassen worden. Derzeit versucht Frau Stratmann ihren Radius zu vergrößern. Wie sie am besten das Pius-Stift erreichen könne, ohne langwieriges Umsteigen erreichen könne, habe sie für sich noch nicht für sich entdeckt. Zumal die Haltestelle auf dem Hook vor der Pizzeria sehr nüchtern gestaltet sei. Ein Ausflug über Vechta nach Lohne habe allerdings nicht zu ihren Wünschen geklappt, da sie in Vechta den Anschluss verpasst habe. „Aber, was soll’s. Dann habe ich mich in Vechta nochmal ins Café gesetzt und auf die nächste Verbindung nach Cloppenburg gewartet. „Ich habe ja Zeit,“ beschreibt sie ihren Ausflug in den Nachbarkreis. „und bin neugierig und gespannt auf das, was ich hoffentlich noch erleben darf“, so Erika Stratmann über ihre Busfahrten.
Text & Foto: Susanne Möller

