Moin Leute,
hier ist wieder die schon 10-jährige gewitzte Hundedame Luna. Hattet ihr schöne Ostertage? Ich schon. Wenn nur das Wiedereinleben in den normalen Alltagstrott nicht wäre. Damit tu` ich mich so richtig schwer. Eine Teilnahme am Arbeitsfrühstück für das Büroteam der Macher könnte da vielleicht Abhilfe schaffen. Also hab` ich Frauchen gefragt, ob ich mitkommen darf. „Du und Büro? Eher geht doch wohl ein Kamel durch ein Nadelöhr, als du in`s Büro. Für dich zählen doch nur Dinge, die durch den Magen gehen. Aber ohne Leistung auch kein Frühstück. Kannst du dir deshalb abschminken!“
Wie`n begossener Pudel hab` ich geguckt und dann gemault: “Nichts darf ich bei den Machern machen!“ „Wenn du wirklich Interesse hast, kannst du nachmittags zu „Echt offen – Seniorensprechstunde mit Bürgermeister Neidhard Varnhorn“ mitkommen. Diese Sprechstunde hat der Seniorenbeirat zusammen mit den Machern initiiert. Da kann jeder Bürger seine Fragen und Beschwerden zu allen relevanten Themen in der Stadt direkt an den Bürgermeister richten. Und nicht, wie ursprünglich auch schon mal angedacht, über einen Senioren-Bürgermeister. Das spart Instanzen und vermeidet den Stille-Post-Effekt durch Umwege. Auf dem direkten Weg kommt genau das an, was auch gesagt wurde. Was ist, kommst du mit?“ Na ja, Frühstück wär` mir zwar lieber gewesen. Aber was soll`s, dann eben der Bürgermeister. Hin zu den Machern!
Als ich mit den Chefs dort ankam, stand der Treffpunkt schon voller Stühle. Aber wir war`n die Ersten. Hab` mir `nen Platz ausgesucht, wo ich mich richtig langmachen kann. Wie lautet doch das alte Sprichwort: “Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!“ Allmählich füllte sich die Lokalität bis auf den letzten Platz. Kamen aber noch mehr. Also noch`n paar Stühle rein. Mir bloß nicht auf die Pfoten. Kann leicht passieren, wenn`s so proppevoll wie hier ist.
Schließlich kam Neidhard Varnhorn und hat mich persönlich begrüßt. Wow, war ich vielleicht stolz! Pfoten waschen gibt`s in den nächsten Tagen nicht mehr!
Dann ging`s los. Der Bürgermeister stand an der offenen Eingangstür zur Brandstraße. So ging ab und zu von ihm ein „Moin“ an Passanten und kam dann postwendend wieder zurück. Junge, hier wird das Motto „Echt offen“ ja wörtlich umgesetzt, ging`s mir durch`n Kopf.
Dann stellte Frauchen die erste Frage. „Warum wird nichts gegen wilde Müllablagerungen bei den Glascontainern am Stadion und anderswo unternommen? Könnten nicht Videokameras oder ein großes Verbotsschild wie bei der Betriebsstelle Cloppenburg des NLWKN am Dornkamp die Situation verbessern?“
Kameras werden aus Datenschutzgründen kritisch gesehen. Die Aufstellung eines Verbotsschildes soll mit dem zuständigen Landkreis Cloppenburg besprochen werden.
Eine Anwohnerin des „Bührener Rings“ beschwerte sich über die kaputt gefahrene Straße durch LKW`s von und zum Schlachtbetrieb im Kreuzungsbereich mit dem „Garreler Weg“. Der soll auch noch erweitert werden. Ein Ausbau wurde wegen der dann wahrscheinlich steigenden Verkehrsbelastung und den in der Regel anfallenden Anliegerbeiträgen abgelehnt.
Der Bürgermeister sprach sich für die Erhaltung des Betriebes durch eine Erweiterung im Hinblick auf die Arbeitsplätze, Gewerbesteuereinnahmen und der Bedeutung für die regionale Landwirtschaft aus. Die Details der Anbindung einschließlich der Kostenfrage müssen aber noch im Planungsausschuss und im Stadtrat geklärt werden.
Auch die Ausweitung von Fahrradstraßen wurde von Anwesenden kritisch gesehen, weil dadurch Beschränkungen des motorisierten Verkehrs erfolgen. Der könnte sich dann zukünftig neue Wege durch die Wohngebiete suchen. Anlieger der „Adlerstraße“ sagten, dass dies bei ihnen schon seit Jahren wegen der fehlenden Südtangente der Fall sei.
Negative Auswirkungen von Fahrradstraßen sollen durch vorgeschaltete Verkehrsgutachten ausgeschlossen werden und die Planungen an der Südtangente mit neuen Unterlagen fortgesetzt werden.
Manno, alles gar nicht so einfach. Da drängt sich mir ‘n altes Sprichwort auf: „Es recht zu machen jedermann, ist eine Kunst, die niemand kann!“ Und beim Probleme lösen scheint es wie mit Wackelpudding zu sein: Drückst du ihn an der eine Seite rein, quillt er an der anderen über! Gott sei Dank bin ich nicht Bürgermeister!
Trotz aller Probleme brachte es Hildegard schließlich auf den Punkt: „Cloppenburg ist eine liebenswerte Stadt! Und Neidhard Varnhorn ein liebenswerter Bürgermeister“, ergänzte Frauchen. Dem hab` ich nichts mehr hinzuzufügen.
Bleibt gesund und munter
Ein herzliches WAU von eurer Luna
Text: Elisabeth Schlömer
Fotos: Susanne Möller


